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der Fahrer und Chefmechaniker


wer ist dieser Claude ?

Eine saubere Linie konnte Claude Petitjean schon mit 14 Jahren fahren. Er hätte deshalb auch Skirennfahrer werden können – er entschied sich aber für Autorennen.

 

Claude Petitjean (48) aus Reitnau, Europameister 1991 mit dem Spezial-Tourenwagen und mehrfacher Medaillengewinner an Schweizer Meisterschaften fährt am heutigen Bergrennen in Reitnau mit.

 

In seinem Datsun 280 Z Coupé, auch «Fairlady» genannt, fährt er die Strecke allerdings nicht alleine. «Dieses Jahr», sagt er, «bin ich käuflich.» Mit seinem Rennauto gehört er in Reitnau zu den fünf Fahrern, die «Taxidienste» anbieten. Nicht einfach vom Bahnhof zum nächsten Restaurant, nein, «so schnell, wie es geht» auf der Rennstrecke. Der Adrenalinkick dürfte denn auch denjenigen sicher sein, die eine Fahrt mit ihm für 120 Franken auf dem Beifahrersitz gebucht haben. «Es ist laut, hart und in der Kurve wird nicht abgebremst, sondern beschleunigt.»

 

Talent und Leidenschaft vorhanden

 

Vermutlich könnte Claude Petitjean heute auch auf eine erfolgreiche Karriere als Skirennfahrer zurückblicken, hätte er sich, 14 Jahre alt, anders entschieden. Eine saubere Linie fahren – sei es den Berg runter oder den Berg rauf – das liegt ihm einfach.

 

1976 war er nicht nur für den Kader der Skirennfahrer aufgeboten worden: 1976 steuerte er als 14-Jähriger auch erstmals einen Porsche Carrera. Sein Talent war sofort offenkundig: «Ich wusste», sagt Petitjean, «wie man ein solches Auto fahren muss.»

 

Es kam letztlich wohl einiges zusammen. Die Weichen für die Karriere stellten schliesslich Talent, Leidenschaft und nicht zuletzt das Rennfahrer-Gen in seinem Blut. Schon sein Vater Henri Petitjean war Formel-2-Profirennfahrer. Durch ihn lernte der junge Petitjean auch Clay Regazzoni kennen, den er, neben Jo Siffert, noch heute als sein Idol bezeichnet. Jahre später sollte Regazzoni bei einem Oldtimer-Rennen die Motorhaube seines Datsun 280 Z Coupé signieren.

 

Sport selbst finanziert

 

Zunächst aber besuchte Petitjean junior die Rennfahrerschule in Hockenheim, Deutschland. Er lernte dort im Schulzimmer viel Theorie; Physik und Fahrzeugtechnik. «Fahrzeugtechnik», sagt er, «war kein Problem, weil ich Automechaniker gelernt hatte.»

 

Er lernte aber auch manches für die Praxis. Die angehenden Rennfahrer wurden etwa in Kurven- oder Abschnitttechnik ausgebildet. Als Abschlussprüfung mussten sie sich bei einem Qualifikationsrennen unter den ersten zwanzig platzieren.

 

Petitjean war unter ihnen. Er erhielt seine Lizenz und durfte sich fortan auf nationalem und internationalem Parkett in der Formel 3000, der Unterstufe vor der Formel 1, mit den Besten messen.

 

Den kostspieligen Sport sparte sich der Reitnauer in der ersten Zeit vom Mund ab, verzichtete auf Ausgang und Ferien, schob stattdessen Zusatzstunden in der Autowerkstatt. Dann aber kamen mit dem Erfolg auch die Sponsoren.

 

Letztes Jahr vom Rennsport abgewendet

 

Seit fast dreissig Jahren fährt er Autorennen. Als junger Rennfahrer ein Jahr lang auch in England. An den Rennen, ob Tourenwagen, Rundstrecke oder später an Bergrennen, werde er ruhig, sobald er im Auto sitze: Helm auf, Gurt angeschnallt. «Vor den Rennen aber war ich immer nervös. An meinem ersten Rennen bin ich deswegen fast gestorben.»

 

Besonders berührt habe ihn der Zusammenhalt im Fahrerlager, nach seinem schweren Unfall vor fünf Jahren beim Bergrennen in Oberhallau. «In der Kurve spürte ich, wie das Auto instabil wurde. Es liess sich nicht mehr steuern, fuhr durch Bäume ein Bord hoch und wieder runter, in ein Loch hinein», sagt er.

 

«Zuletzt drehte es sich auch noch.» Mit einem extremen Schleudertrauma und einer schweren Hirnerschütterung überlebte Petitjean den Unfall. Zwar fürchten seine Frau und auch sein Sohn genau solche Ereignisse, im Weg aber wollten sie ihm nie stehen.

 

Letztes Jahr hat Petitjean dem Rennbetrieb dennoch den Rücken gekehrt. «Den Druck der Meisterschaft tu ich mir nicht mehr an», sagt er. Weltmeister könne er nicht mehr werden und ein weiteres Mal Schweizer Meister, dazu fehle ihm die Ambition. «Ich will aber vor allem nicht mehr jedes Wochenende während der Saison unterwegs sein.»

 

In Reitnau lebt er mit Frau und Sohn seit drei Jahren. Hier, im umfunktionierten Bauernhof, befindet sich seine Garage. Hier macht er Datsuns 280 Z und Oldtimer fahrtüchtig und erledigt auch Reparaturen an gewöhnlichen Autos. Dass gerade hier ein weltweit einzigartiges Bergrennen durchgeführt wird, weil Training und Rennen am gleichen Tag stattfinden, passt ihm durchaus.

 

ein Bericht vom 26.6.2011 Aargauer Zeitung -

 

 

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